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Farbenzwerg chinchilla

 

Diese Fellfarbe kennt man in Deutschland seit 1913 aus Paris als sie dort vorgestellt wurde. Erste chinchillahaarige Kaninchen kamen 1920 nach Deutschland sie gehörten zur Rasse Kleinchinchilla. Die Farbe selber entstand bei einer Kreuzung von wildfarbenen Tieren, Blaue Wiener, rasselosen Tieren und Russenkaninchen. Mehr zur Entstehung findest du auf der Seite der Kleinchinchillas. ( Hier entsteht der LINK dorthin bitte etwas Geduld ! )

Kleinchins wird man mit Farbenzwergen oder Hermelinen gekreuzt haben, bis sie die richtige Größe erreicht hatten. Heute gibt es genügend Zuchttiere, so das man mit reinen Farbenzwergen chinchillafarbig züchten kann, ein Rückkreuzen auf alte ursprüngliche Rassen ist nicht notwendig. Kaufmöglichkeiten gibt es regelmäßig auf Ausstellungen oder bei Züchtern, ohne große Anschaffungsprobleme in guter und ausreichender Qualität.

<<Bild Kleinchinchilla 2011

Lokalschau KZV W346 Oelde

Foto: Sabine Schulz

Die Besonderheit dieser Farbe ist sein dominater Chinchillafaktor. Er filtert gelbe und rote Pigmente aus dem Haar und lässt sie farblos (weiß) erscheinen. So wurden mit Chinchilla-Einkreuzungen neue Farben möglich. Der Faktor filtert aus wildfarbenen Tieren das gelb & rot zu einem grau-weiß. Mit Hilfe dieses Faktors hat er zu einer Reihe neuer Farbvarianten beigetragen : zB.: rhönfarbig, sallander, marderfarbig, schwarzgrannenfarbig und weißgrannenfarbig.

Hier ein Beispiel: kreuzt man japanerfarbig mit chinchilla

erhält man rhönfarbig (grob gesehen, natürlich sind da einige Dinge mehr zu beachten, auf die gehe ich aber bei den rhönfarbenen ein, das würde hier den Rahmen sprengen)

japanerfarbig

rhönfarbig

Chinchilla zählt zur Albinoserie, ist aber nur ein Teilalbino, weil einige Farbschläge wie das Sallander, das Gen des gelben Pigments noch versteckt in sich tragen können. Es erscheint zwar nicht, kann aber bei Kreuzungen mit anderen Farben wieder hervortreten, so das rote oder gelbe Fellfarben wieder möglich sind. Nur wenn das Chin-Gen dominant hervortritt fehlt also die gelb/rote Farbe.

Den Namen "chinchilla" hat diese Farbe wegen des ähnlichen Aussehens zu den Fellen der wildlebenden Chinchillas in den Anden Südamerikas. Bei der Entstehung dieses Farbschlags waren Chinchillafelle sehr beliebt und man hat den Namen übernommen. Kaninchenfelle waren leichter herzustellen als Chinchilla-Felle, sahen ähnlich aus und waren kostengünstiger.

Würde man ein Büschel Haare nehmen und ausbreiten, sähe es aus wie die Zeichnung unten.

Das sichtbare Deckhaar (B) bezeichnet man als bläulich lichtes aschgrau. Sein Aussehen entsteht, weil die einzelnen Haare drei verschieden Farbabschnitte haben... bei anderen Tierarten nennt man dies auch Wildfarben, Agouti oder Tabby nur das bei diesen der mittlere Abschnitt braun oder rot oder creme-farben ist.. Das Chin-Tier hat dort, wo normalerweise rot-braune Abschnitte sind im Haar, nur Weiße stattdessen.

Bei einem Tierkauf kann man beobachten wie Züchter auf den Rücken eines Tieres pusten, ein Ausstellungsrichter bei einer Bewertung macht dies ebenso. Dabei entsteht ein sogenannter Haartrichter. Der Trichter lässt verschiedenste Kreise die beim Pusten sichtbar werden erkennen. Anhand der Breite der Kreise und deren Farbe kann man eine Beurteilung des Fells und der Farbe vornehmen. Man kann genau erkennen ob Abschnitte groß oder klein sind, ob Farben klar oder verwaschen erscheinen.

Bei der Zucht von chinfarbigen Zwergen besteht genau hier die Schwierigkeit. Die Farbfelder sind nämlich nicht immer gleich im Deckhaar (B)...ist der weiße Bereich zu groß erscheint das Tier zu hell, ist der weiße Streifen zu klein wird das Erscheinungsbild dunkler, daher ist es wichtig die Streifen zu prüfen, ob sie zu der eigenen Verbesserung der Rassefarbe beitragen können oder diese vielleicht negativ verändern.

Denn bereits dunkle Tiere noch mit dunkler Verpaarung zu verstärken wäre fatal, ebenso die hellen Tiere mit zu heller Verpaarung. Zuchtverbände legen fest welche Farben und wie groß die Bereiche sein sollten.

Doch vorher noch kurz eine Einführung in Sachen Haare.

Ein Kaninchenfell hat drei Arten von Haaren. Das kurze und dichte, wärmende Unterhaar/Unterwolle (A), es ist sehr dünn und schwebt leicht in der Luft, wenn es ausfällt. Zahlenmäßig ist es aber überlegen denn es ist sehr dicht gewachsen. Ca. 1/5 länger als dieses ist das Deckhaar (B). Zahlenmäßig kommt es häufig vor, aber am Hautboden wird es von der Unterwolle überdeckt.

Unterwolle bildet also den ersten Farbring. Das Deckhaar sieht man, da es länger ist als Deckfarbe auf dem Rücken, es überdeckt nach oben hin die Farbe der Unterwolle. Das längste und dickste Haar ist das Grannenhaar (C). Es kommt noch weniger vor als das Deckhaar und wenn es länger ist als das Deckhaar, ragt es heraus. Dadurch kann man weiße oder schwarze Spitzen (Tickings) sehen. Beim Chinchilla sind es weiße Spitzen der Grannenhaare und dunkle Spitzen des Deckhaares die die Fellfarbe ausmachen. Grannenhaare haben an der Spitze einen dickeren Querschnitt und erscheinen dort im Querschnitt, würde man sie durchschneiden, fast oval.

Was zum zweiten Zuchtproblem führt. Farbenzwerge chinchilla haben beim Haarwechsel einen höheren Zeitbedarf als andere, welches auf das dickere Haar zurückzuführen ist. Für Züchter heißt das, wenn andere FarbenZwerge mit der Haarung fertig sind, ist ein Chinchillatier noch in der Endphase. Werden Gruppen verschiedener Farbschläge gegeneinander antreten auf einer Ausstellung, wäre das ein Nachteil für die chinchilla-farbigen Tiere. Meist können die ersten Schauen deswegen gar nicht besucht werden, weil die Tiere noch nicht fertig ausgehaart haben.

 

Einerseits wünscht man dickes dichtes Haar, beim Pusten soll man den Hautton nicht erkennen können. Dadurch entstehen aber anderswo wieder Schwierigkeiten.

Chinchilla-Farbenzwerge neigen manchmal aufgrund der dicken Haare zur Bildung von Stirnbüscheln. Manchmal wird er abgestraft, manchmal nicht...das liegt immer im ermessen eines Schaurichters. Kommen sie zu häufig vor werden auf Richterschulungen auch schonmal Hinweise gegeben darauf zu achten (das ist auch vollkommen ok).

Worauf sollte man sonst noch achten, wenn man diese Rassefarbe züchten möchte...

Die Schwanzoberseite darf nicht ganz schwarz sein. Die hellen Haarspitzen sollten deutlich zu sehen sein.

Die Krallen sind dunkel hornfarbig und die Augen müssen braun sein.

Bei Lichteinfall reflektieren Augen rot (z.B. Kamerablitzlicht).