Allgemeines

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Kaninchensprache

erkennen und verstehen

"Allgemeines"

 

Kaninchen haben zwar einige geräuschvolle Laute die sie benutzen, meistens reden sie aber "verbal", damit ist der Körper gemeint, nur wir Menschen erkennen das oft nicht oder verstehen und reagieren dann falsch.

Noch schlimmer, mit unserem falschen Verhalten verschlechtern wir das Verhältnis zu unseren Kaninchen. Und dann ist da die Rede vom bösen Kaninchen, wo eigentlich der Mensch Fehler macht, wenn es kratzt und beißt und sich wehrt.

Verbal reden, bedeutet ohne Worte, mit dem Körper sprechen, ähnlich wie ein Hund mit dem Schwanz wedelt wenn er sich freut oder die Katze dich anlächelt, in dem sie mit beiden Augen zwinkert, letzteres wissen auch die Wenigsten :-).

Ich werde also versuchen aus euch einen Kaninchen - Flüsterer zu machen. Und euch wird auffallen, das viele süße Werbefotos von Kaninchen auf Futtertüten und Postkarten; EIGENTLICH etwas ganz anderes aussagen als das Bild vom niedlichen lieben/fröhlichen Kaninchen.

Kaninchen sind sehr soziale Tiere, die in der Wildnis zu mehreren Dutzend in Kolonien/Gruppen leben. Sie sind Bodenbewohner deren Überleben von einer schnellen Flucht im ZickZack abhängt. Je mehr Gruppenmitglieder, desto größer die Sicherheit und die Chance bei Gefahr gewarnt zu werden.

Sie teilen sich Nahrung und Wohnraum. Jedes Kaninchen hat in der Gruppe seinen Platz und es kennt ihn auch. Entfernt man ein Kaninchen aus der Gruppe, kann das zu Unruhen führen, da alles neu formiert werden muss. Selbst eine kurze Fahrt mit nur einem Tier zum Tierarzt, kann eine zurückbleibende Gruppe verändern. Als Gruppe gilt natürlich auch ein Zweiergespann (Das Paar). Manchmal erkennen sich Gruppenmitglieder nicht mehr und es kommt zu Raufereien. Trenne also niemanden, wenn es nicht unbedingt nötig ist von Gruppe/Mitbewohnern, sondern nimm alle zusammen mit, egal ob zum Tierarzt oder zum KaninHopSport.

Kaninchen kommunizieren mit Putzen und Lecken untereinander, so zeigen sie ihre Wertschätzung und Sympathiebekundung dem Anderen. Streicheln einer Menschenhand kommt ihrem Lecken gleich und wird in ihrem Denken als "Putzen" gewertet. Kaninchengedanken sind recht einfach gestrickt,

Der, der geputzt wird, ist

Der, der geachtet wird.

Je mehr geputzt, desto höher im Rang steigt man auf. Wenn du also deine Hand geleckt bekommst, heißt das ich mag dich. Und nun kommt das Wichtige : das Kaninchen erwartet auch immer, das du es zurück streichelst (also putzt).

Es ist also nicht nur Bekundung von Zuneigung zu dir, sondern auch eine Aufforderung.

Ignoriert man diese und kommt der Aufforderung zum Putzen nicht nach, zeigen einige Tiere eine aggressivere Haltung.

Das kann starkes Scharren sein oder in die Wäsche beißen bis hin zum Pinkeln. Kurzes anstupsen an der Stirn reicht völlig aus, um es wieder zu beruhigen. Warte nicht zu lange, dein Kaninchen kann schnell mit unerwünschten Verhalten auf sein "ignorieren" reagieren.

Hast du es beleidigt und zeigt sich die Kaninchen-Zicke, dann nimm die flache Hand, lege sie leicht auf den Nacken und drücke es etwas auf den Boden bis es still hält und streichle es sofort anschließend wieder.

Im nachfolgenden Video kann man dies sehr schön sehen. Dieses Kaninchen wird geradezu wild wenn man das Streicheln einstellt.

Quelle : YouTube

Das Niederdrücken ist ein dominantes negatives Verhalten, welches dein Kaninchen unglücklicher macht und darum, sollte man sofort nach diesem "stilllegen" wieder putzen (also streicheln), um das Wohlbefinden/Laune deines Kaninchens wieder zu steigern.

Wenn du ein Kaninchen nicht zurück *putzt* gilt das als Beleidigung unter ihresgleichen und das ruft dann dieses aggressive Gehabe hervor. Je länger du das ignorierst, desto schlimmer wird es und kann bis zum Beißen und Urinieren führen, dann hast du die mieseste Stufe auf der Freundesscala eines Kaninchens erreicht.

Aufforderungen können sich auf deinen ganzen Körper beziehen, also auch Arme, Ellenbogen, Füße oder Beine. Dominante mutige Tiere stupsen dich an, schwächere Tiere nicht, aber auch sie wollen gepflegt werden und sich besser fühlen. Diese Tiere lecken Gegenstände mit deinem Geruch um dich herum (z.B. Kissen, Wäsche, Sessellehnen, Sitzflächen oder Schlafdecken).

Die Anzeige ist zwar weniger aufdringlich, der Wunsch geputzt zu werden aber der Gleiche. Du kannst anhand der Putzorgien nun erkennen, wer der Gruppenboss in deiner Kaninchengruppe ist...

Habe keine Angst dein Kaninchen zu putzen, es macht einen Unterschied zwischen Putzkönig und allen anderen Dingen. Wenn es der Putzkönig ist kannst du dennoch Befehle geben (in den Käfig schicken etc.) du gibt's dieses Recht nicht ab, im Denken eines Kaninchens, auch wenn es beim Putzen in der Rangliste über dir steht! Es bezieht dies nur auf´s Putzen! Darin unterscheiden sie sich vom Rudeldenken anderer Tiere wie z.B. bei Hunden.

"Meins, Deins, Unsers"

Kaninchen teilen ihren Lebensraum in drei territoriale Bereiche ein. Nehmen wir dazu mal das gelbe Kaninchen rechts im blauen Kreis als Beispiel...

  1. Der eigene Bereich der nur ihm gehört (blau) und wo nur seine engsten Freunde (hellbraun) akzeptiert werden
  2. öffentliche neutrale Plätze (lila) und
  3. Bereiche die Anderen gehören, ein sogenanntes Revier (für die Blauen ist das der rote Bereich)

 

Der eigene Bereich kann ein Holzhäuschen sein. oder eine Heuröhre im Auslauf. Kaninchen markieren ihr Eigentum, manchmal für uns unsichtbar mit ihren Kinndrüsen die farb- und geruchslos sind für unsere Nase, aber durchaus von Artgenossen erkannt werden. Manche legen auch einige Kotküttel in den Eingang ihres Bereiches. Das hat nichts mit Unsauberkeit zu tun, sondern dient der Markierung ! Das ist quasi ein Kaninchenschlüssel für eine unsichtbare Haustür. Ungebetene Gäste werden vertrieben, allerdings denken Kaninchen dennoch immer mal wieder, sie könnten probieren, ob man nicht doch mal hereinschauen darf. Pech, wenn dann der Hausherr zurück kommt. Solche Besuche hast du sicherlich schon beobachten können. Ungebetene Gäste bekommen dann die Hucke voll und werden verjagt, angesprungen, gekratzt und gebissen.

Und es macht keinen Unterschied ob das ein Mensch, ein Kaninchen oder ein anderes Haustier ist (bei uns sind es unsere Katzen die das zu spüren bekommen, Flocke ist da ganz gnadenlos und es scheint ihm Spaß zu machen die Katze zu scheuchen. Das ist der Grund warum Häuschen immer mindestens 2 gegenüberliegende Öffnung haben sollten, damit der Flüchtende nicht festsitzt sondern schnell weg und raus kann, und nicht am "verärgerten" Kollegen vorbei muss.

Mit einer Laubsäge ist das schnell gezaubert, etwas abschmirgeln und groß genug gestalten, nicht das ein dickeres Tier stecken bleibt oder sich sogar verletzt. Achtet auch darauf das Röhren/Tunnel möglichst in der Mitte nochmal einen Ausgang besitzen, Kaninchen laufen nur schlecht rückwärts und Röhren können von zwei Enden schonmal gleichzeitig mit Kaninchen zu sitzen.

Öffentliche Plätze (neutrale Zonen) werden von allen Gruppenmitgliedern benutzt. Heuraufen, Futterplätze, Wassertränke, Spielzeugzonen wie Buddelkisten oder Rasenbeete usw. hier darf jedes Tier hin, Raufereien in diesen Zonen haben nichts mit der Zone selbst zu tun. Futterrangfolge, Klärung einer Gruppendominanz usw. könnte da dann der Grund dafür sein.

"Kaninchen sprechen mit ihrem Körper"

Es gibt drei Grundstellungen,

stehen - sitzen - liegen

Wie du die Körpersprache deuten kannst erfährst du im Kaninchen-Index...