Geburtshilfe

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Kaninchen-Babies &-Jungtiere

Geburtshilfe- und Handaufzucht

Handaufzucht, das verwenden wir dazu:

Eine Aufzuchtpipette mit verschiedenen Gumminuckeln. Eine kleine Einwegspritze (ohne Nadel). Und Tieraufzuchtmilch (für Katzen passt am Besten!). Kaufen kann man das im Handel oder beim Tierarzt.

1x am Tag zufüttern würde ich wenn die Kleinen bei der Mutter verblieben sind und diese unterstützende Hilfe braucht. Sei es weil sie wenig Milch hat oder weil die Anzahl der Jungen sehr hoch ist.

Ab dem 10.Tag öffnen Jungtiere ihre Augen und verlassen kurzzeitig auch schon das Nest. Nach dieser Zeit beginnt das Junge Futter aus dem Napf mit auf zu nehmen. Bis zum 10-16.Tag füttere ich alle 3 Stunden.

Bis 24. Tag ca. 2x täglich und dann nur noch 1x täglich, bis ich meine sie versorgen sich ausreichend am Napf.

Manchmal ist nur ein einzelnes Tier betroffen und dann wieder ein ganzer Wurf. Greife nur ein wenn es wirklich notwendig ist !

Hm lecker....

Ich gebe soviel bis sie satt sind. Und danach kurze Massage des Bäuchleins....zum Poopen eins A...

Es dauert nicht lang, da braucht man sie nicht mehr im Tuch fixieren, sondern sie können frei gefüttert werden...

Ammen-Aufzucht:

Sehr kleine Babies haben eine geringe Überlebenschance, deswegen verwendet man sie gerne als Kukuckskinder und schiebt sie einem anderen Wurf mit ins Nest... damit die neuen Kinder nicht anders riechen, wieder den Köttel-Trick anwenden und sie ein wenig mit dem Köttelpulver der Ammenhäsin einreiben.

So riechen sie nicht mehr fremd...und werden von der fremden Häsin mit aufgezogen. Achte aber besonders bei Zwergkaninchen darauf das die Gruppe nicht zu groß wird und verteile sie auch ruhig auf zwei Ammen wenn es sein muss.

Ammenkinder sind bei mir nur max. 1 Woche alt wenn sie verlegt werden, darüber hinaus sollte man die Flasche benutzen.

Als Züchter ist es wichtig, die Kuckuskinder identifizieren zu können. Ich verwende deswegen möglichst andere Farbschläge oder Rassen. Geht das nicht, kannst du die Krallen mit Nagellack einfärben oder etwas Fell wegrasieren.

Unbedingt die Ammenhäsin beobachten und die Kleinen kontrollieren ob sie getrunken haben...

 

Ist eine Kaninchendame gedeckt worden und schwanger, dauert es je nach Anzahl der Tiere 28-32 Tage bis zur Geburt.

Das heißt sind es viele Babies ist weniger Platz und die Wurfzeit verkürzt sich. Sind es dagegen wenige Tiere kann sie sich nach hinten verschieben. Rechnen wird ein Züchter immer ca. 30 Tage.

 

Kaninchen können eine Geburt eigenständig durchführen, sie brauchen dazu keine menschliche Hilfe. Junghäsinnen, also Erstgebärene haben manchmal Probleme. So trennen sie die Nabelschnur zum Beispiel nicht korrekt, legen die Jungtiere nicht in ein Nest, vergessen zu rupfen usw. Daher ist es wichtig, Häsinnen die das erste Mal Junge bekommen, zu beobachten und zu kontrollieren.

 

Sollte hier eine Ergänzung nötig sein, schreibt mir doch einfach eine Mail unter: Info@Kaninchenfreunde.com

Beginnen wir mit dem normalen Ablauf einer Geburt...

Eine Woche vor der Geburt sollte der Käfig nochmal gesäubert werden und frisch eingestreut sein. Wer einen Nistkasten verwendet oder eine angrenzende Abteilung, der öffnet sie nun, bzw. bringt sie an. Sie werden gern genutzt von den Tieren. Möchte man das Wurfnest auf einer Seite des Stalles haben, sollte man die Front mit einer Platte auf der gewünschten Seite abdecken. Durch die dunklere Seite wird Diese dann gerne bevorzugt. So verhindert ein Züchter das das Nest unter einer Tränke positioniert wird und dann nachträglich umbauen muss.

 

Ist der Geburtstermin erreicht beginnt die Häsin damit Heu und Stroh zu sammeln und aufzuhäufen. Mit den Füßen tritt sie es in eine Muldenform. Störe sie dabei nicht, gib ihr stattdessen mehr Nistmaterial, damit sie kein Verschmutztes verwenden muss. Bevor die Wehen einsetzen beginnt die werdende Mutter sich an Brust und Bauch Fell selbst auszurupfen. Sie polstert damit ihr Nest aus, da Babies nackt auf die Welt kommen, gibt dieses Haarnest ihnen die nötige Wärme. Besonders in den kalten Monaten ist das sehr gefährlich für Neugeborene, sie können erfrieren.

Oft findet die Geburt Nachts bzw. früh morgens statt, so das man davon meist nicht viel mit bekommt. Du solltest aber immer morgens nachsehen ob alles gut versorgt ist.

Nestkontrolle ist wichtig, Tiere wie Frühchen, schaffen es manchmal nicht und sterben, sie sollten dann auch entfernt werden und nicht dort verbleiben.

Eine erfahrene Mutter hat dann ein abgedecktes Fellnest mit allen Jungen darin gut verschlossen in einer Ecke (meist eine Hintere) oder in der Wurfkiste eingerichtet.

Notiere dir den Geburtstag. Eine Häsin die gerade geworfen hat kann sofort wieder gedeckt werden ! Trenne also männliche Tiere rechtzeitig... als Züchter solltest du die Häsin schonen, denn einen 2.Wurf zu machen und die Jungtiere mit 4 Wochen von der Mutter abzusetzen, ist weder für die Häsin noch für die Jungtiere von Vorteil. 8 Wochen mind. sollten sie zusammen bleiben. Und ohne Mutter nochmal bis zur 12 Woche gemeinsam verbringen dürfen.

Eine Junghäsin kann mit der ungewohnten und neuen Situation überfordert sein. Dabei kommt es dann zu verschiedenen Problemen...

1. Sie rupft keine Haare aus oder hat aufgrund einer vorherigen Scheinschwangerschaft bereits vor 14 Tagen gerupft und nun kein Fell mehr.

 

Lösung:

Bei einer Scheinschwangerschaft die Fellhaare in einer Tüte sammeln und mit Kennzeichen versehen, von welchem Tier es stammt. Dies kann dann für diesen Notfall wieder zum Einsatz gebracht werden. Möglichst nur Fell vom identischen Tier verwenden, da die Haare anders riechen. Fremde Haare könnten vom Muttertier über uriniert werden und damit ist dann das Nest und auch die Jungtiere darin feucht, was wieder zu einer Auskühlung sorgen kann. Geht es gar nicht anders, dann verwende ein-zwei Kugeln Kot der Mutter, zerdrücke diese und mische sie unter die Fremdtier-Haare. Eklig, aber hilfreich ;-)

2. Bei deiner Kontrolle liegen die Neugeborenen überall verteilt herum oder Einzelne liegen außerhalb des Nestes und sind unterkühlt. Wenn Kaninchenkinder unterkühlen, sind sie weniger aktiv, rufen dann nicht nach ihrer Mutter und erzeugen dann auch keinen Milchfluss bei dieser dadurch.

Einzelne Jungtiere werden meist beim Säugen mit aus dem Nest gezogen. Hat man eine Wurfkiste sollte die Öffnung nicht bis zum Boden reichen. Die kleine Leiste am Boden des Eingangs sorgt meist für ein Abstreifen solcher anhänglichen Babies, wenn die Mutter hindurchgeht.

Lösung:

Sammel die Tiere ein die nicht im Nest liegen und kalt geworden sind. Bei einem Einzelnen kann da ein festhalten in deiner warmen Hand schon Wunder wirken. Ist er zappelig, lege ihn zu den Geschwistern ins warme Nest.

Ist das Nest leer und alle liegen draußen, wickel sie vorsichtig ein und lege sie auf eine Wärmequelle. Das kann ein Ballon mit warmen Wasser sein oder eine Wärmflasche oder wie auf den Bildern auch ein Einweghandschuh. Vor dem zurücklegen ins Nest wieder den Geruchstrick mit dem Kaninchenköttel diesmal auf die Babies anwenden (sonst riechen sie zu sehr nach deiner Hand) und ab ins Nest.

Du wirst merken wenn sie wieder fit sind, weil sie leise quieken und rufen und auch sonst sehr zappelig sind.

3. Die Kleinen erscheinen eingefallen und dürr und rufen stark. Die Mutter hat keine oder zuwenig Milch.

Lösung:

Sobald die Kleinen geboren sind, bekommt die Mutter extra Trinkwasser angeboten, ein Napf stillt den Durst schneller als eine Nippeltränke! Das regt die Milchproduktion an. Man kann auch verdünnten Fencheltee geben, den mögen sie ganz gerne. Einige schwören auf einen Schuss Kaffee ins Trinkwasser. Wir geben immer ein kleines Stück Multivitamin-Tablette hinein.

Bei dürren Jungtieren sieh dir unbedingt das Gesäuge der Mutter an. Ist es sehr stark gerötet kann das ein Anzeichen von "Milchbrand" sein. Die Zitzen sind dabei entzündet und schmerzen beim Versuch zu Säugen, was dazu führt, das die Mutter nicht säugt und die Kleinen verhungern, daher auch das dürre eingfallene Aussehen. Bei einer starken Rötung der Bauchdecke der Häsin unbedingt einen Tierarzt aufsuchen! In frühem Stadium hilft es zu kühlen mit einem feuchten Tuch, ich würde aber immer erst den Tierarzt aufsuchen, weil hier ist Eile geboten, sonst muss man Handaufzucht betreiben.

Für den Fall das die Mutter nicht genügend Milch hat kann man selber zufüttern... ich selber schaffe es mit einem Alter von 10 Tagen einen Wurf zu erhalten. Selbst ohne Mutter (falls ihr was zustößt). Darunter sind die Würmchen meist viel zu klein, aber versuchen würde ich es immer wieder...

Oder wenn ein Wurf einer anderen Häsin im gleichen Zeitraum fällt, kann man diese als Amme nutzen und die Waisen unterschieben.

Bereite die Milch nach Anleitung zu und lege ein Tuch bereit, da die Kleinen ziemlich kleckern. Lege das Baby mit dem Bauch nach oben und tupfe etwas Milch ans Mäulchen, sie verstehen schnell das man daraus Futter nuckeln kann...Hast du keinen Nuckelaufsatz sondern nur eine Spritze, sei vorsichtig, nur mit langsamen Druck, damit die Tiere sich nicht verschlucken arbeiten...

Und alsbald sind sie groß und es geht gar nicht schnell genug bis man endlich dran kommt...

das ganze dauert eine Weile, deswegen habe ich den Wurf in einer Transportkiste mit ins Haus genommen...