Kannibalismus

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Kaninchen-Geburts-Kannibalismus

und andere Problemchen...

 

Das schlimmste als Züchter von Kaninchen ist, es wenn eine Häsin ihre Jungtiere frisst. Das kann mehrere Ursachen haben, die man im Vorfeld eventuell schon verhindern kann.

Dazu sollte man wissen wie eine Geburt verläuft und was da passiert...

denn die meisten Geburten finden abends / morgens statt und als Züchter bekommt man das fast nie mit. Höchstens eine Vorbereitung (Nestbau) kann man öfters sehen, eine Geburt selbst ist eher selten in Anwesenheit eines Menschen.

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Kaninchen sind von Natur aus nicht bösartig und sie empfinden auch keine Schuld, sie machen das was die Natur ihnen vorgegeben hat. Einige besser als andere...als züchter ist es deine Aufgabe nur gute Mütter in der Zucht zu lassen und die Anderen raus zu nehmen.

Nur Mütter mit guter Milchleistung und gesunden Nachkommen werden auch dem Züchter Freude bereiten. Einen gesunden Partner dafür vorausgesetzt.

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Beginnen wir mit den verschiedensten Problemen die Auftreten !

 

1. verteilte Jungtiere außerhalb des Nest

 

Grund 1 : Die Häsin ist eine Erstgebärende und hatte vorher noch nie eine Geburt erlebt.

Für solche ist eine Geburt erschreckend, schmerzhaft und neu. Sie hat mitunter starke Schmerzen die sie verwirren. In ihrer Verwirrung verteilt sie die Babys im Stall.

Sie sollte wieder gedeckt werden denn beim 2.ten Wurf klappt es bei den meisten dann doch. Erstgebärende sollten als ersten Partner einen kleinen Rammler haben, dadurch wird die größe der Jungtiere gemindert und die Geburt ist nicht so schwer ! Der Geburtskanal ist bei der ersten Geburt noch sehr eng, mit großen Babies haben diese dann Probleme bei der Geburt.

Grund 2 : die Häsin hat wenig milch und die Babies sind hungrig und lassen die Zitze nicht los. Sie werden dann herausgezogen aus dem Nest ohne Nestbox mit Abstreifleiste liegen sie ungeschützt im Käfig. Siehe dazu auch Babyrettung...<<<

 

2. angefressene Babys

Die gebährende Häsin weiß, sie muss die Nabelschnur durchtrennen und die Nachgeburt fressen. Ungeübte Mütter können dabei den Bauch verletzen und ihn aufreißen. Ungeübte Häsinnen kappen beim Putzen der Babies auch schon mal Ohr/en, Bein/e oder Blume ab. Tiere ohne Ohr oder Blume sind lebensfähig.

"Einohrhasen" oder "Ohneschwänzchen"...

 

3. zerteilte Babies

Dies passiert wenn eine Häsin bei der Geburt nachhilft und an Körperteilen des Jungtieres bei der Geburt zieht. Oder eines der Jungtiere sich verkeilt hat, die Häsin hat dann nur die Möglichkeit es zerteilt heraus zu bekommen. Keine Mutter zerteilt ihre Jungtiere aus Boshaftigkeit, sondern in Not...

erfahrene Häsinnen die zu alt werden neigen dazu ihre babies zu zerteilen, bitte aus der Zucht nehmen!

Junghäsinnen sollten vor erreichen des 18.Monats beginnen zu gebähren, danach ist die Schambeinfuge nicht mehr ausreichend dehnbar! Die Jungen werden dann nie richtig geboren werden können !

 

4. blau- oder rot angelaufene Jungtiere

Babies mit Abschürfungen oder blauen /roten Flecken (noch lebend) hatten eine schwere Geburt ebenso wie die Mutter. Die Flecken sind Blutergüsse (Hämathome) die bei starken Presswehen entstehen am Hüftknochen. Kratzwunden sind Abschürfungen von Krallen eines verzweifelten Muttertieres. Blaue Verfärbungen an toten Babies deuten daraufhin das die Geburt zu lange dauerte und das Tier an Sauerstoffmangel gestorben ist, bevor es geboren werden konnte.

 

5. Tote Junge

Winzlinge sind oft Frühgeburten die tot oder in den ersten Stunden nach der Geburt versterben.

Sind die toten Tierchen verschrumpelt, dann waren sie schon im Mutterleib abgestorben. Das kann passieren durch Medikamente oder bestimmte Kräuter im Heu/Gras !

 

6. Häsin tötet Jungtier nach der Geburt

  • Eine gute Häsin merkt sehr wohl ob ihr Jungtier z.B. eine Behinderung hat. Sie selektiert es aus und zieht es aus dem Nest heraus, wissend das es später nicht alleine überleben kann und den Bestand der Gruppe gefährdet. Es wird nicht mehr gesäugt und verstirbt oder wird getötet.
  • in "Riechnähe" befindet sich ein zeugungsfähiger Rammler
  • Züchter die vorher Katzen oder Hunde angefasst haben und mit deren nach "Raubzeug" riechenden Händen dann am Nest hantiert haben, auch Seifengeruch kann sie irritieren. Sie urinieren (pinkeln) dann übers Nest und im schlimmsten Falle töten sie die Tiere (also ihre Jungen). Darum immer mit Wasser Hände waschen! Danach die Hände an der Häsin rubbeln oder Kotkugeln (der Häsin) in der Hand zerreiben...dann erst ins Nest greifen !
  • eine Ranghöhere Häsin befindet sich im Stall/Gehege und die rangniedere hatte kein Recht auf Nachwuchs und tötet ihre Jungen. oder wurden von dem ranghöheren Tier umgebracht, das nur eigenen Nachwuchs duldet.
  • Charakterschwache Tiere sind einfach nur schlechte Mütter, auch solche gibt es leider. Sie rupfen schlecht, bauen kein Nest oder säugen ihre Babies nicht. Sie sind aus der Zucht zu nehmen...!

 

Wie kann ich helfen ?

Aufgrund des starken Mineralverlusts der Geburt, sollte man 1/4 Tablette Multivitamin mind. aber Magnesium in der Trinkflasche (1/2 Liter Wasser) auflösen, sobald man merkt sie rupft/baut ihr Nest, gibt man dies in die Trinkflasche. Das verringert das Risiko das sie ihren Bedarf über Kannibalismus decken.

 

Hat eine Häsin nach dem 2-3 Wurf immer noch Probleme, sollte man sie aus der Zucht nehmen. Mit dem 2. Wurf ist bei einer Junghäsin aber das Wissen um die Geburt meist gegeben und es kommt in der Regel nicht zu Problemen. Sicher ist das aber nicht...aber eine/zwei Chancen sollte man ihr immer geben!